Urkunde Deutscher Naturschutzpreis
Die Pflege von Kopfweiden, die Anlage einen Auwaldlabyrinthes und Neupflanzung von Auwaldbereichen in den Rheinauen standen im Mittelpunkt des Projektes „Auwald-Labyrinth Inselrhein“ mit dem sich das NABU-Naturschutzzentrum Rheinauen um den Deutschen Naturschutzpreis beworben hat.
„Wir gehören leider nicht zu den Gewinner und können so erstmal das für die Rheinauen wichtige Projekt nicht umsetzen“, so Robert Egeling, Leiter des NABU-Zentrums. „ Wir sind aber mächtig stolz, dass wir es mit diesem Projekt unter den letzten 23 Bewerbern geschafft haben.“
Mit dem Projekt wollte der NABU die letzten Kopfweiden in den Rheinauen vor dem Verfall retten. Nur durch eine Pflege kann diese alte Kulturform erhalten werden. Aus dem Schnittmaterial sollte eine Auwald-Dschungel entstehen, der Besuche außerhalb der Schutzgebiete über Auwald informieren sollte. Nach einigen Jahren sollte dann das Gebiet sich selbst überlassen bleiben und zu einem Auwald heranwachsen.
„Auwälder gehören zu den gefährdeten Lebensräumen in Deutschland. Sie sind wichtige Lebensräume für seltene Arten wir Schwarzmilan und KIeinspecht“, betont Egeling.
Das Konzept möchten die Naturschützer an anderer Stelle einreichen und hoffen auf eine Realisierungschance.
Umweltministerin Ulrike Höfken (4. v.l.) besuchte das NABU-Naturschutzzentrum Rheinauen
Im Rahmen einer Sommertour hat Landesumweltministerin Ulrike Höfken das NABU-Naturschutzzentrum Rheinauen in Bingen besucht. Die Ministerin informierte sich auf einer Radtour nach Bingen auch über die Arbeit des NABU im Rheinauenschutz. Beeindruckt zeigte sich Höfken von den vielfältigen Aufgabenbereichen des Zentrums: ein breites ehrenamtliches Engagement, zahlreiche Umweltbildungsaktivitäten und konkrete Projekte im Arten- und Biotopschutz. „Wir hoffen, dass sich das Land in Zukunft stärker beim Schutz der Rheinauen engagiert“, fasst Geschäftsführer Robert Egeling, eine wichtiges Anliegen des NABU zusammen.
Bereits in der Vergangenheit hätten bundesweit einmalige Projekte wie die Revitalisierung des Rheinufers in Ingelheim, die Ausbildung von Senioren zu Wassertrainern und Artenschutzmaßnahmen Dank der Unterstützung des Umweltministeriums realisiert werden können. NABU-Vorsitzender Bardo Petry zeigte auf, wie durch die Unterstützung des ehrenamtlichen Naturschutzes eine breite Wirkung beim Arten- und Biotopschutz erzielt werden konnte. „Besonders bei der Revitalisierung der Rheinufer und der Verbesserung der Gewässerstruktur im Rhein ist der NABU ein bundesweit geschätzter Partner“, so Robert Egeling. Das starke Engagement des Landkreises Mainz-Bingen und der Kommunen Bingen, Ingelheim und Budenheim beim Modellprojekt Auenservice sei landesweit einmalig. Der NABU sieht jedoch die Landesregierung in der Pflicht, sich stärker beim Schutz der international bedeutsamen Rheinauen zu engagieren.
Weitere Informationen über die Arbeit des NABU-Naturschutzzentrum Rheinauen finden sich unter www.NABU-Rheinauen.de .
Graugänse und andere Wasservögel werden leider von Hunden am Rheinufer attackiert
Leider ist es in den letzten Jahren wiederholt dazu gekommen, dass freilaufende Hunde in den Naturschutzgebieten am Rheinufer Wildtiere verletzt oder getötet haben. „Wir appellieren daher an die Vernunft und die Tierliebe der Hundebesitzer und bitten dringend darum, die Naturschutzgebietsverordnung zu beachten und die Hunde anzuleinen“, so Diplom-Biologe Michael Markowski vom Auen-Service. Laut Rechtsverordnung über das Naturschutzgebiet „Haderaue – Königsklinger Aue“ sind zum Schutz der heimischen Tierwelt dort alle Hunde an der Leine zu führen.
Doch nicht nur die Jagd durch wildernde Hunde hat negative Folgen. „Selbst wenn Hunde an Uferflächen und Wiesen herumtollen, bedeutet dies schon ein starke Störung und Beeinträchtigung der Wildtiere: Entsprechende Flächen werden dann z.B. von rastenden Wasservögeln und Störchen gemieden und fallen als wichtige Nahrungsbiotope aus“, so der Leiter des Auen-Service.
Zur Information der Besucher sind den Naturschutzgebiet der Rheinauen regelmäßig Mitarbeiter des Auenservice unterwegs. Weitere Informationen zu den Naturschutz¬gebieten und Gruppenführungen durch die Rheinauen können beim NABU-Naturschutzzentrum Rheinauen unter kontakt@NABU-Rheinauen.de erfragt werden.
Pirol; Foto: NABU-Hans Pollin
Seit einigen Tagen ist der Pirol, einer der spät ziehenden Brutvögel der heimischen Rheinauen, aus seinem afrikanischen Winterquartier bei uns eingetroffen. Sein kräftiger melodischer Ruf, der lautmalerisch als „dü-delüü-lio“ oder aber „büloo-büloo“ beschrieben wird, ist nun wieder in den Rheinauen zu hören.
„Im Gegensatz zum Ruf ist der mit seinem gelben Gefieder vermeintlich so auffallende Pirol in der freien Natur selten zu beobachten“, weiß Michael Markowski vom Auen-Service. Meist hält er sich im Laubdach hoher Bäume auf und bleibt den Blicken verborgen. Im Geäst findet er auch seine Nahrung: Insekten und deren Larven sowie weiche Früchte. Hoch in der Krone von Laubbäumen baut er ein napfförmiges Nest. „Wenn die Brut optimal verläuft, werden bis zu fünf Küken im Nest flügge“, erklärt Diplom-Biologe Markowski. Im August machen sich Eltern und Nachwuchs bereits wieder auf den Weg ins tropische Afrika.
Der Pirol ist ein typischer Vogel lichter Auenwälder, Bruchwälder und gewässernaher Gehölze. Aber auch dort wo hohe alte Bäume vorkommen wie in Parkanlagen, Gärten, Streuobstwiesen fühlt sich der Pirol wohl. Durch die großflächige Zerstörung der Flußauenlandschaften und anderer alter Laubwälder, ist der farbenprächtige Pirol hierzulande jedoch eine seltene Erscheinung geworden.
Wer mehr über die besondere Tier- und Pflanzenwelt der Rheinauen erfahren möchte, kann Gruppenführungen mit dem Team des Auen-Service unter der Tel. 06721-14367 (NABU-Naturschutzzentrum Rheinauen) vereinbaren.