Müllkippe Rhein

Auenservice befreit Rheinauen von angeschwemmtem Müll

Gleich zweimal trat der Rhein im Januar 2018 über die Ufer. Ungewöhnlich für diese Jahreszeit, grundsätzlich aber ein natürliches und wichtiges Phänomen dynamischer Flussauen. Doch was der Rhein in den Auen zurückgelassen hat, ist nicht nur nährstoffreiches Sediment. In vielen Uferabschnitten und Senken sind nach dem Rückzug des Wassers große Mengen Müll zurück geblieben. So auch im Naturschutzgebiet Fulder Aue – Ilmen Aue westlich von Frei-Weinheim, wo das Auenservice-Team allein in einem Abschnitt von 100 Metern einen gewaltigen Müllberg zusammentrug. Viele der Fundstücke haben schon eine längere Reise im Rhein hinter sich, andere jedoch stammen aus nahegelegenen Gartengrundstücken im Überschwemmungsgebiet. Auch von Bootsfahrern, Anglern oder Rheinauenbesuchern zurückgelassene Abfälle sind in dem Sammelsurium erkenntlich.

Für die Natur hat der Müll fatale Folgen. In unseren Flüssen und Meeren richten vor allem Plastikteile, die sich nach und nach zu Mikroplastik zersetzen, schlimme Schäden an. Zahlreiche Meerestiere verenden an aufgenommenem Plastik. Schadstoffe reichern sich im Boden und der Nahrungskette an und können so auch wieder auf unseren Tellern landen.

Das Ausmaß der Verschmutzung ist alarmierend. Laut eine Studie der Universität Basel von 2015, transportiert der Rhein allein an seiner Oberfläche tätlich 191 Millionen Plastikpartikel in Richtung Nordsee, das entspricht etwa 10 Tonnen im Jahr. Was die Auenservice-Mitarbeiter jetzt einsammeln, wird beim nächsten Hochwasser nicht wieder vom Rhein weitergetragen, doch das eigentliche Ziel muss es sein, solchen Müll von vornherein zu vermeiden!

16.02.2018


Adebar kehrt zurück

Auenservice dokumentiert Brutgeschehen

Bereits am 04. Januar kehrte das Gaulsheimer Storchenmännchen in diesem Jahr zurück und besetzte den angestammten Horst. Mittlerweile ist auch die langjährige Partnerin am Nest eingetroffen. Aufgrund des Klimawandels fliegen viele Weißstörche nicht mehr bis Afrika, sondern überwintern in Süd- oder Mitteleuropa. Diese Tiere finden sich bei milder Witterung oft schon sehr früh in ihren Brutgebieten ein. Auch in Ingelheim, Gensingen und Dietersheim sind die ersten Weißstörche zurückgekehrt, inspizieren und reparieren ihre Nester.

Der Auenservice koordiniert alljährlich die Dokumentation des Brutgeschehens der Weißstörche in den Rheinauen zwischen Mainz und Bingen. Ehrenamtliche Storchenhorstbetreuer erfassen von der Ankunft der Störche bis zum Ausflug der Jungtiere alle wichtigen Ereignisse am Nest.

Nicht zuletzt dank der Sicherung extensiver Feuchtwiesen und Kleingewässer durch den NABU, finden die Tiere in den Rheinauen ergiebige Nahrungshabitate vor. Die Storchenpopulation am Inselrhein hat sich in den letzten Jahren gut entwickelt lässt auch 2018 wieder auf eine erfolgreiche Brutsaison hoffen. Einen tieferen Einblick in das Leben der Störche bietet das NABU-Naturschutzzentrum Rheinauen mit einer Storchenexkursion am 27.05.2018.

08.02.2018


Ausstellung „Pflanzenvielfalt auf dem Deich“ im Rathaus Budenheim eröffnet

Vom 05.09.-22.09.2017 präsentiert der NABU-Auenservice im Rathaus Budenheim eine Ausstellung zur „Pflanzenvielfalt auf dem Deich“. Bei der Eröffnung durch Bürgermeister Rainer Becker und Auenservice-Leiterin Irene Glatzle wurden die ersten Besucher durch die Ausstellung geführt.

 

Deiche, die vornehmlich dem Hochwasserschutz dienen, können durch entsprechende Pflege und naturnahe Unterhaltung zu wahren Paradiesen für Wildpflanzen und die Insektenwelt werden. Am Oberrhein, einem Hotspot der Biologischen Vielfalt, spielen Deiche eine wichtige Rolle für den Biotopverbund. Welche Arten auf dem Deich zu finden sind und welche ökologische Bedeutung sie haben, zeigen Ausstellungstafeln und interaktive Elemente.

 

Mit der Ausstellung, die im Rahmen des NABU-Projekt „Lebensader Oberrhein – Naturvielfalt von nass bis trocken“ konzipierte wurde, möchte der Auenservice für den Schutz der Rheinauen und ihrer einzigartigen Tier- und Pflanzenwelt werben und auf die Blumenvielfalt auf den Rheindeichen am Oberrhein aufmerksam machen.

05.09.2017


Was fliegt denn da?

Bundesfreiwillige absolvieren Seminar zum Thema Vogelschutz

Bundesfreiwilligendienst Leistenden aus verschiedenen Einsatzstellen in Rheinland-Pfalz besuchten unter Trägerschaft des DRK das NABU-Naturschutzzentrum Rheinauen, um sich mit dem Thema Natur- und Vogelschutz zu befassen. Auf dem eintägigen Seminar bot sich den TeilnehmerInnen ein abwechslungsreiches Programm mit Vorträgen, einer naturkundlichen Exkursion durch die Rheinauen und einem Praxisteil mit Nistkastenbau.

Interessiert gingen die Freiwilligen den Fragen auf den Grund, warum unsere heimische Vogelwelt bedroht ist, wie Naturschutzmaßnahmen dieser und anderen Artengruppen helfen können und wie man ganz praktisch im eigenen Umfeld Lebensraum für Wildtiere schaffen kann. Am Ende nahm jeder einen selbstgebauten Nistkasten mit nach Hause.

 


NABU räumt auf

Müllsammelaktion anlässlich des 5. Binger Dreck-Weg-Tages

Gesammelter Mülll vor dem Naturschutzzentrum
Gesammelter Mülll vor dem Naturschutzzentrum

Anlässlich des 5. Binger Dreck-Weg-Tages sammelte der NABU Bingen und Umgebung Müll in den Rheinauen. Unter der Leitung des ersten Vorsitzenden Bardo Petry machten sich die ehrenamtlichen Helfer des NABU trotz des ungemütlichen Wetters auf den Weg in die Rheinauen. Es wurde an verschiedenen Stellen im Naturschutzgebiet „Fulder Aue – Ilmen Aue“ Müll gesammelt. Dabei fanden die ehrenamtlichen Helfer die unterschiedlichsten Dinge. Von Haushaltsmüll, über Autoreifen bis zur verrosteten Motorhaube eines VW Käfers war alles dabei.

 

Im Anschluss an die dreistündige Sammelaktion ging es gemeinsam zur Grundschule an der Burg Klopp. Dort warteten nach getaner Arbeit ein wohlverdienter Imbiss und ein geselliger Ausklang des Tages auf alle Helfer.

 20.03.2017


Müllsammelaktion in den Rheinauen

Trotz klirrender Kälte ging es für die Mitarbeiter und Helfer des Auenservice dieser Tage zu einer großen Müllsammelaktion raus in die Rheinauen. Kälte und Niedrigwasser hatten durchaus ihr Gutes: so konnte der Müll aus Bereichen geborgen werden, in denen man zu anderer Zeit knietief versunken wäre. Ziel der Aktion waren die Naturschutzgebiete „Fulder Aue – Ilmen Aue“ und „Sandlache“, vor allem aber die trockengefallenen Bereiche des Sporkenheimer Grabens.

Das Ergebnis waren nicht nur 15 mit Flaschen, Plastikverpackungen, Styropor und Kleinteilen gefüllte Müllsäcke. Von Gartenstühlen, über diverse Autoreifen, Eimer und Kanister bis hin zum Kühlschrank war alles dabei. Ob angeschwemmt, illegal abgeladen oder von unachtsamen Rheinauenbesuchern zurückgelassen, die Abfälle richten in der Natur erheblichen Schaden an.

Daher lautet unser Appell: Nutzen Sie die Angebote der Entsorgungsbetriebe wie öffentliche Mülleimer und Wertstoffhöfe und lassen sie keine Abfälle achtlos in der Natur zurück!

24.01.2017


Rheinauen-Lehrpfad bei Budenheim eröffnet

Auenservice erneuert marode Infotafeln im Naturschutzgebiet

Bei der Eröffnung des Rheinauen-Lehrpfades (v.l.n.r.): Auenservice-Leiterin Irene Glatzle, FÖJ-ler Jana Gerigk und River Baaser, Bürgermeister Rainer Becker.
Bei der Eröffnung des Rheinauen-Lehrpfades (v.l.n.r.): Auenservice-Leiterin Irene Glatzle, FÖJ-ler Jana Gerigk und River Baaser, Bürgermeister Rainer Becker.

Der Rheinauen-Lehrpfad im Naturschutzgebiet „Haderaue – Königsklinger Aue“ bei Budenheim hatte nach gut 10 Jahren sichtlich ausgedient. Mit Unterstützung der Gemeinde Budenheim hat der Auenservice nun die maroden Tafelträger und ausgeblichenen Infotafeln komplett erneuert. Gemeinsam mit Mitarbeitern des Bauhofes konnte das Auenservice-Team in zwei Großeinsätzen die alten Tafeln ab- und die neuen aufbauen. Am 01. September 2016 fand unter Beisein von Bürgermeister Rainer Becker die Eröffnung des Lehrpfades am Isola-della-Scala-Platz in Budenheim statt.

Mit insgesamt 13 Tafeln informiert der Lehrpfad die Rheinauenbesucher entlang des Weges über die artenreiche Tier- und Pflanzenwelt der Rheinauen, erläutert ökologische Besonderheiten des Gebiets, aber auch historische Aspekte. Außerdem werden Beobachtungstipps gegeben sowie auf Schutzgebietskonzepte und die Regeln in den Naturschutzgebieten der Rheinauen hingewiesen.                            

01.09.2016


Lernort Rheinauen

Auenservice erwandert mit dem WSA den Naturraum „Rheinauen“

Im Rahmen einer Fortbildung zum Thema „Gehölzansiedelung und Pflege der Vegetation" haben Mitarbeiter des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes (WSA) am 29. Juni den Auenservice für eine Exkursion in den Rheinauen bei Ingelheim besucht. An dem jährlich stattfindenden bundesweiten Seminar, das diesmal beim WSA Bingen angesiedelt war, nahmen die zuständigen Wasserbaumeister, Vorhandwerker und deren Vertreter des WSA teil.

Die NABU-Biologen Michael Markowski und Irene Glatzle führten die Teilnehmer durch die vom Hochwasser geprägten Rheinauen bei Frei-Weinheim. Mit Gummistiefeln gewappnet ging es entlang des Lehrpfades über die „Jungaue“. Auf den überschwemmten Wiesen waren zahlreiche Weißstörche und Graureiher in aller Ruhe bei der Nahrungssuche zu beobachten, während der Kleine Schillerfalter am Wegrand seine blau schillernden Flügel präsentierte. Die Teilnehmer informierten sich über die veschiedenen Teillebenssräume und besondere Tier- und Pflanzenarten der Rheinauen. Im Mittelpunkt standen immer wieder die Auengehölze mit ihren Unterscheidungsmerkmalen und Standortfaktoren - für die Mitarbeiter des WSA wichtiges Praxiswissen. Der Auenservice begrüßt das Interesse des WSA an Naturschutzbelangen, die z.B. bei den Unterhaltungsmaßnahmen der Wasserbauer immer mehr Berücksichtigung finden.      

                                     11.07.2016


Der Burgherr kehrt zurück ins Tal der Burgen

Erste Bibernachweise am Inselrhein nach mehreren hundert Jahren

Bibernachweis am Hattenheimer Rheinufer. Foto: Michael Engelmann
Bibernachweis am Hattenheimer Rheinufer. Foto: Michael Engelmann

Der Biber ist zurück am Inselrhein! Das belegen Sichtungen am Ingelheimer und Hattenheimer Rheinufer im Herbst 2015 und Frühjahr 2016, sowie Fraßspuren auf den Rheininseln.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts beinahe ausgestorben, hat sich Europas größter Nager in den letzten Jahrzehnten viele unserer Flusslandschaften zurück erobert. Nach mehreren hundert Jahren Abwesenheit, könnte nun auch die Wiederbesiedlung des Inselrheins anstehen. Der Nebenfluss Nahe ist bereits von Bibern besiedelt, aber auch ca. 40 Kilometer flussaufwärts am Rhein selbst sind Bibervorkommen bekannt. Beides sind mögliche Herkunftsorte des gesichteten Tieres, wenn es sich denn um ein Einzeltier handelt.

Für die Rheinauen bedeutet die Rückkehr des Bibers eine große Bereicherung. Wie kaum ein anderes Tier ist der Biber in der Lage seinen Lebensraum aktiv nach seinen Bedürfnissen zu gestalten. Mit der Anlage von Dämmen, Burgen und Flachwasserzonen schafft der Biber eine Strukturvielfalt und Dynamik in der Aue, die zahlreichen dort heimischen Tier- und Pflanzenarten zu Gute kommt.